Die Kunsttherapie als komplementäres Angebot am IISZ
Was bedeutet komplementär? In der Schmerzmedizin am IISZ bedeutet dies konkret: Wir teilen die tiefe Überzeugung, dass Schmerzmedizin nur dann nachhaltig ist, wenn sie den Menschen als Ganzes erfasst. Der Begriff "komplementär" meint kein „entweder-oder“, sondern ein „sowohl-als-auch“. Die Kunsttherapie holt schmerz-betroffene Menschen auf der spürbaren, kreativen Ebene ab und aktiviert genau die Selbstwirksamkeit und innere Ressourcen, die den medizinischen Heilungsprozess optimal unterstützen.
Aber ich kann doch gar nicht malen!
Viele Menschen denken bei dem Begriff Kunsttherapie sofort: „Aber ich kann doch gar nicht malen!“. Keine Sorge – das müssen Sie auch nicht können. In der Kunsttherapie geht es nicht um Ästhetik oder Leistung. Vielmehr geht es um den reinen Prozess des Gestaltens, das Ausprobieren und das Sichtbarmachen von inneren Bildern.
Es geht um das Arbeiten mit Materialien wie zum Beispiel Ton, Farben oder Naturmaterialien. Chronischer Schmerz beeinflusst oft unsere Denken und Sein und schränkt so die Lebensqualität enorm ein. Das Gestalten im geschützten Rahmen ermöglicht es, den Fokus umzulenken, das vegetative Nervensystem zu beruhigen und wieder in die eigene Handlungsfähigkeit zu kommen. Ob im Sitzen oder im Stehen an der Malwand: Das Material wird zum Ventil für Emotionen, Belastungen und Blockaden.
Warum ich als Therapeutin für diesen Weg brenne
Der Ansatz des IISZ, Schmerz ganzheitlich, individuell und auf Augenhöhe anzugehen, ist für mich gelebter Alltag. Viele von Ihnen kennen mich bereits aus der Praxis. Ich bin seit 2011 als Medizinische Praxisassistentin (MPA) tätig und seit 2023 ein fester Bestandteil des Teams hier am IISZ.
Durch meine Arbeit als MPA bin ich ganz nah an den medizinischen Abläufen, begleite die Patient*innen bei den interventionellen Eingriffen und kenne die Herausforderungen aus nächster Nähe. Ich verstehe die schulmedizinische Seite der Schmerztherapie gut und schätze unsere gemeinsame Arbeit im Team enorm.
Um genau diese Schnittstelle zwischen Körper und Psyche optimal zu unterstützen, habe ich mich für die fundierte, 5-jährige Ausbildung zur Integrativen Kunsttherapeutin am iac Zürich entschieden. Ich wusste schon früh um die therapeutische Kraft dieses Ansatzes. Heute bringe ich dieses Wissen mit grosser Leidenschaft als komplementäre Ergänzung direkt in unser Behandlungskonzept am IISZ ein.
Der Weg in mein Atelier
Für Zuweiser*innen
Die Kunsttherapie bietet eine ideale Ergänzung zu medikamentösen oder interventionellen Behandlungen – besonders bei persistierenden Schmerzsyndromen, Fibromyalgie oder stressinduzierter Schmerzverstärkung. Ich arbeite prozess- und ressourcenorientiert. Ein interdisziplinärer Austausch ist für mich selbstverständlich, um den Behandlungsverlauf unserer gemeinsamen Patient*innen bestmöglich zu unterstützen. Für Fragen, ein persönliches Kennenlernen oder einen fachlichen Austausch komme ich gerne bei Ihnen vorbei – oder lade Sie herzlich auf einen Kaffee direkt bei mir im Atelier ein.
Für Patient*innen
Sie brauchen für die Kunsttherapie kein ärztliches Rezept und es ist auch keine Diagnose erforderlich. Ich bin EMR und ASCA anerkannt. Das bedeutet, die meisten Schweizer Krankenkassen übernehmen daher einen grossen Teil der Kosten über die Zusatzversicherung. Klären Sie vorgängig ab, ob und wieviel der Kosten übernommen wird. Bei Fragen wie zur Abrechnung oder Terminvereinbarung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Kontakt
Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen und in meinem Atelier phasenweise am IISZ zu begrüssen.
- Kontakt: phasenweise – Atelier für Kunsttherapie, Michèle Haller
- E-Mail: info@phasenweise.ch
- Telefon: 078 251 94 60
- Website: www.phasenweise.ch
Jede Phase gehört zum Ganzen. Ich freue mich darauf, Sie ein Stück weit zu begleiten.